Orientation-Week in Kundapur

Nach einer Busfahrt über Nacht sind wir am Morgen in Kundapur angekommen. Das Center von FSL India mit unseren Unterkünften für diese Woche, sowie Seminar- und Büroräume, ist erst vor kurzem Fertiggestellt worden und wir sind die ersten, die diese Unterkunft beziehen dürfen. Wir bekamen einen ausführlichen Rundgang in dem ökologisch-nachhaltig angelegten und sehr schönen Gelände. Im großen Garten des Centers sollen zukünftig Nahrungsmittel angebaut werden, um eine möglichst hohe Selbstversorgung zu ermöglichen. Anschließend haben wir eine kleine Tour in der Umgebung gemacht und den ersten Tempel besucht. Am Abend erwartete uns ein traditionelles indisches welcome mit Blumenkranz, Henna-Bemalungen und „Takil“, dem roten Punkt auf der Stirn.

Indian welcome

Indian welcome

Da momentan Regenzeit ist, regnet es ab und zu plötzlich sehr stark, hört aber auch genauso plötzlich wieder auf. In Kundapur ist der Monsun besonders ausgeprägt, hier regnet es an manchen Tagen auch pausenlos. Während dem Regen bleibt es jedoch trotzdem warm.

Die restliche Woche hatten wir unter anderem Seminare über den indischen Lebensstil, Hinduismus und über die Sicherheit in Indien, besonders während Reisen. Außerdem wurde das pädagogische System in Indien thematisiert, da einige von uns Volunteers an einer Schule unterrichten werden. Dabei sprachen wir auch darüber, dass es in indischen Schulen leider noch häufig zu Bestrafungen der Schüler durch Schläge kommt, obwohl dies durch Gesetze offiziell verboten ist. An einem Vormittag der Orientation week haben wir in kleinen Gruppen nahe gelegene Schulen besucht. Zuerst haben wir den Schülern einiges über Deutschland und unsere Kultur erzählt, was sie sehr spannend fanden. Anschließend haben wir mit ihnen gesungen und gespielt. Am Ende unseres Besuchs haben die Schüler noch Tänze aufgeführt. Zusätzlich haben wir während der Orientation week auch viele Infos über unser Projekt erhalten und wo wir untergebracht sind. Meine Unterkunft wird direkt in meinem Projekt sein.

Zum Abschluss der Orientation week haben wir eine Exkursion rund um Kundapur gemacht. Wir waren in einem Tempel, an zwei verschiedenen Stränden und haben verschiedene Statuen bestaunt. Außerdem waren wir noch auf einem Wochenmarkt, der sehr bunt war und wo man ganz verschiedene Dinge kaufen konnte – von Obst und Gemüse über Kleidung und Schmuck bis hin zu Werkzeugen.

Statue beim Tempel

Statue beim Tempel

Obst auf dem Markt

Obst auf dem Markt

Gewürze auf dem Markt

Gewürze auf dem Markt

Elefant vor einem Tempel

Elefant vor einem Tempel

Am letzten Tag sind wir dann gruppenweise (nach Ort unseres Projektes eingeteilt) abgereist. Ein paar von uns haben ein Projekt direkt in Kundapur, aber die meisten mussten etwas weiter reisen. Für mich (und alle anderen, deren Projekt in Bangalore ist) ging es mit dem Nachtbus nach Bangalore, wo wir am folgenden Tag zur Registration mussten. Die Registration müssen alle innerhalb von 14 Tagen im Immigration Center ihrer Stadt beantragen. Mit Unterlagen von FSL machten wir uns also auf den Weg und nach scheinbar endlosem Warten konnten wir bereits am gleichen Abend unsere fertige Registration mitnehmen. Die nächste Nacht verbrachten wir noch im FSL Guesthouse, aber am nächsten Morgen wurden wir bereits von Mitarbeitern unserer Projekte abgeholt.

Gruppenfoto während der Orientation-Week

Gruppenfoto während der Orientation-Week

Ankunft in Bangalore

Mitten in der Nacht sind wir (alle deutschen Volunteers) alle gut in Bangalore gelandet. Nachdem alle wir durch die Einreisekontrollen gekommen sind und unser Gepäck abgeholt hatten, wurden wir von Mitarbeitern von FSL India, der indischen Partnerorganisation von AFS, abgeholt und für die erste Nacht in ihrem Guesthouse untergebracht. Nach nur wenigen Stunden Schlaf gab es dann Frühstück. Anschließend haben wir einen kleinen Ausflug nach draußen unternommen, um Wasser und Bargeld zu besorgen. Auf der Straße sind wir einer kleinen Parade mit Trommlern und Tänzern begegnet, was zu Ehren einer hinduistischen Gottheit stattfand. Beim Mittagessen habe ich dann meine ersten Lektionen erhalten: 1. Reis essen mit den Fingern (natürlich nur mit der rechten Hand) 2. Man kann sich am Essen nicht nur den Mund verbrennen, sondern eben auch die Finger. Nachher geht es weiter nach Kundapur, wo wir für eine Woche alle zusammen ein Vorbereitungsseminar haben werden.

Der Countdown läuft…

Morgen ist es schon so weit: Meine Reise nach Indien geht ab dem Frankfurter Flughafen los. Die letzten Woche waren bereits sehr ereignisreich: Der Abschluss meines Masters und damit das Ende meiner Zeit an der Uni, viele große Familienfeiern und natürlich die gesamte Vorbereitung für Indien. Unter anderem gehörten dazu auch zwei Vorbereitungsseminare von AFS, bei denen ich im Vorfeld schon meine Mitreisenden aus Deutschland kennen lernen konnte. Das ist nach den ganzen traurigen Abschieden von Familie und Freunden ein kleines Trostflaster, denn wir werden uns morgen alle am Flughafen wieder sehen. Die erste Woche in Indien werden wir dann noch alle zusammen in Kundapur verbringen, wo uns ein weiteres Vorbereitungsseminar erwartet. Dieses Mal wird es allerdings von Mitarbeitern der indischen Partnerorganisation geleitet werden. Eine ereignisreiche und spannende Zeit steht uns bevor und ich freue mich darauf 🙂

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Kurz vor Abflug