Sonne, Hitze und Sommerferien (zumindest für Schüler)

Mitte April war es soweit: Das Schuljahr ging zu Ende und die meisten Kinder sind für die vierwöchigen Sommerferien zu ihren Familien gefahren. Allerdings sind fünf unserer Kinder die gesamte Zeit der Ferien im Sneha Care Home geblieben. Ab etwa April beginnen hier die heißesten Monate, die quasi bis zur Regenzeit im Juli Hitze versprechen. In Bangalore sind glücklicherweise die Sommermonate nicht ganz so heiß wie in anderen Teilen Indiens. Tagsüber liegen die Temperaturen meist um die 35°c, nachts kühlt es etwa auf 28°c herunter. Nach fast 1,5 Jahren nur Sommer, freue ich mich ganz besonders auf den Winter 2015. Auch wenn es hier in Indien nicht nur heiß ist, sondern es auch verschiedene Jahreszeiten (Sommer-Regenzeit-Sommer-Winter) gibt, ist es natürlich nicht mit den Jahreszeiten in Deutschland vergleichbar, denn auch im „Winter“ sinken die Temperaturen hier in Bangalore nur auf etwa 20°c. Natürlich hat der Sommer auch Vorteile: die Mango- und Papaya-Saison hat begonnen 🙂

Während der Sommerferien war ich zusammen mit Christian im Snehagram, wo die meisten Schüler keine Ferien hatten. Bei ihnen standen wichtige staatliche Examen an, für die sie natürlich entsprechend lernen mussten, wobei wir ihnen geholfen haben. Außerdem waren wir noch bei einem „Summer-Camp“ für Kinder aus einem Dorf in der Nähe von Bangalore, dass von Mitarbeitern des Sneha Care Homes durchgeführt wurde. Einen Teil der schulfreien Zeit konnte ich auch dazu verwenden, um mich für Jobs in Deutschland zu bewerben, da ich nach meiner Rückkehr möglichst bald meinen ersten („richtigen“) Job beginnen möchte.

Ein paar Tage haben wir genutzt, um Urlaub zu machen. Unsere Wahl fiel auf Ooty, ein Bergort (2250 m)in Tamil Nadu, der milderes Klima versprach. Dort haben wir u.a. einen riesigen botanischen Garten besucht, in dem das Taj Mahal aus Rosen nachgebildet worden war sowie eine Landkarte von Indien, wobei alle Staaten durch verschiedene Blumen dargestellt waren. Außerdem haben wir eine Fahrt mit dem Nilgiri Mountain Railway unternommen, wobei man eine wundervolle Aussicht auf die Natur und Dörfer in den Bergen hat. Diese Bahn ist eine der ältesten Bergbahnen Indiens, die einzige Zahnradbahn in Indien und ist eine der wenigen von Dampflokomotiven betriebenen Eisenbahnen. 2005 wurde sie von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Blick auf ein Bergdorf

Blick auf ein Bergdorf

Indiens Landkarte aus Blumen

Indiens Landkarte aus Blumen

Der Nilgiri Mountain Railway

Der Nilgiri Mountain Railway

Ein besonderer Besuchermagnet ist der See in Ooty, wo man z.B. Boot fahren kann. Es waren zwar zahlreiche Touristen dort, allerdings nur indische und wir waren die einzigen europäisch aussehenden Besucher. Als wir uns kurz auf eine Wiese am See gesetzt hatten, geschah das, was uns schon häufig in Indien passiert ist: Inder kommen auf uns zu und möchten Fotos mit oder von uns machen. Bei besonders netten oder lustigen Personen/Gruppen bitte ich sie auch ein Foto mit meiner Kamera zu machen, wodurch auch das Foto unten entstanden ist. Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, die von Natur aus neugierigen Inder auch einfach auszufragen, wenn sich die Gelegenheit ergibt und sie selbst viele Fragen über mich stellen. Besonders toll ist es dann, wenn sie sagen, dass sie aus Karnataka oder Kerala kommen und ich etwas auf ihrer Muttersprache zu ihnen sage. Im ersten Moment sind die meisten erstaunt, weil sie natürlich nicht damit rechnen, dass ich ihre lokale Sprache „spreche“, aber dann freuen sie sich unglaublich darüber.

Gruppenselfie am See

Gruppenselfie am See

Mitte Juni waren die Sommerferien zu Ende und die Kinder sind wieder aus ihren Heimatdörfern angereist. Nach zwei Tagen der Eingewöhnung haben wir Volunteers (Lena und Julia, die in den Ferien durch Nordindien gereist waren, sind kurz vor den Kindern ins SCH zurückgekommen) jeden Tag Englisch-Unterricht für unsere Kinder gegeben. Hierbei konnten wir etwas ausführlicher auf die Schwerpunkte Lesen und Grammatik eingehen, als es uns die Zeit im normalen Unterricht erlaubt. Außerdem wurde den Kindern mitgeteilt, in welchen Klassen sie im nächsten Schuljahr sein werden und welche Kinder ins Snehagram gehen werden. Insgesamt werden uns neun der ältesten Kinder verlassen, für die im Snehagram ein neuer Abschnitt ihrer Ausbildung beginnt. Dafür werden neue Kinder im Sneha Care Home aufgenommen, sodass die Gesamtzahl der Kinder in etwa wieder 100 beträgt. Am ersten Juli beginnt der reguläre Unterricht wieder, wobei es für Christian und mich dann nur noch wenige Wochen sind, bis unser Abschied vom Sneha Care Home bevorsteht.

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